History

Vor drei Jahren klingelt mein Telefon und ich werde gefragt, ob ich nicht Lust hätte an einer Minirampe hinter der Roten Flora mit zu basteln…
Drei Jahre später sitze ich nun hier und versuche, mir für die Website eben dieser „Minirampe“ ein paar Zeilen aus den Fingern zu saugen…

Alles fing im Herbst 2006 an. So lange hat es gedauert, bis jemand auf die Idee kam beim Plenum der Roten Flora anzufragen, ob es wohl möglich wäre im Hinterhof des Gebäudes eine kleine Minirampe zu bauen. Nachdem von dieser Seite keine Einwände kamen und auch die Fahrradselbsthilfe Werkstatt, die die Fläche bis dahin nutzte, einverstanden war, konnte es losgehen.
Eine handvoll Leute, einige Sack Maurermörtel, ein wenig Holz, reichlich Bier und leider keinerlei Erfahrung / Ahnung, dafür aber viel gute Laune… Dieser erste Anlauf ist leider nie so weit gediehen, dass man ihn hätte skaten können, hat aber dazu geführt, dass neue Leute mit etwas mehr Erfahrung dazu gestoßen sind.
Das Projekt in der Form, in der es heute steht, nahm seinen Anfang dann im nächsten Frühjahr.
Es war April 2007 als die ersten Holzverschalungen aufgestellt wurden. Dieses Mal nutzten wir dann auch den alten Betonmischer der Roten Flora. Auch wenn das Teil mehr schlecht als recht funktionierte, war es im Vergleich zum Anmischen von Hand (wie es noch bei dem ersten Anlauf geschehen war) ein großer Fortschritt. Geplant und aus eigener Tasche finanziert war zunächst nur eine Minirampe mit zwei Corners – ein „u“ so zu sagen. Das Wetter war super an diesem ersten Wochenende und bevor es Montag war, waren die ersten Flächen betoniert – und in der Sammeldose, die jemand mitgebracht hatte, war genug Geld um weiter zu bauen. Der Rest des Monats verging wie im Flug und am Ende war an 25 Tagen bei nur 2 Regentagen (und das in einem April in Hamburg!) gebaut worden.
Was klein anfing, nahm binnen dieses Monats Ausmaße an, die zumindest ich mir nie hätte träumen lassen. Motivation war im Überfluss vorhanden, an einigen Tagen wurden binnen weniger Stunden 20 m³ Schutt von bis zu dreißig Leuten per Hand bewegt. Ein neuer Betonmischer wurde gekauft, Baumaterialien, die zunächst noch mühsam „beschafft“  worden  waren, wurden plötzlich per LkW angeliefert und irgendwie war auch immer genug Geld da, um das Ganze zu bezahlen.
Es war unglaublich, wie viel Unterstützung das Projekt in dieser kurzen Zeit bekam. Leute brachten Essen für die Leute, die am Bauen waren, Passanten, die mit Skaten nichts zu tun hatten, spendeten bereitwillig, und Kneipen aus der Umgebung stellten einfach mal nen Kasten Bier hin…
Am Ende des Monats stand dann der erste Abschnitt, der auch  bis zum Frühjahr 2009 unverändert blieb.
Das Tempo, das in diesen ersten Wochen an den Tag gelegt wurde, konnte natürlich nicht auf Dauer durchgehalten werden und so wurde dann auch die nächsten 1 ½ Jahre, zumindest was den Bau angeht, ein wenig zurückgeschaltet. 2008 wurde, nach Absprache mit den Fahrradleuten, die uns nach wie vor freundlich gesonnen waren, eigentlich nur die Mauer, die als rückseitige Begrenzung für den zweiten Abschnitt dient, gebaut – sowie Material zum Aufschütten von umliegenden Baustellen ran geschafft.
Parallel dazu wurde an anderer Front, nämlich an der finanziellen, in dieser Zeit extrem Gas gegeben. Es fanden sich nette Leute, die bereit waren, uns bei der Organisation von Soli-Partys zur Seite zu stehen. So konnte mit zwei Veranstaltungen (einer in der Roten Flora und einer in einer anderen benachbarten Lokalität) ein Grossteil der finanziellen Mittel für den zweiten Abschnitt generiert werden.
Mit diesem finanziellen Polster im Rücken wurde dann 2009 der zweite Abschnitt in Angriff genommen. Wir hatten das Glück, Hilfe von einigen Fachleuten zu bekommen, die es ermöglichten, dass der zweite Abschnitt mit einem noch höheren Anspruch an Qualität verwirklicht wurde als der erste. Zurzeit sind wir mit Nacharbeiten wie Coping-kleben und Plattform basteln beschäftigt und wenn alles klappt, wird  noch dieses Jahr ne ordentliche Einweihung gefeiert.

Abschließend möchte ich die Gelegenheit, mich hier äußern zu können noch dazu nutzen, mich bei einigen Leuten / Gruppen zu bedanken.

Zunächst gilt mein Dank allen, die aktiv am Bau beteiligt waren. Eure Mühen haben das Ganze erst möglich gemacht.

Des weiteren ist natürlich die Rote Flora, auf deren Grund die ganze Geschichte steht, nicht zu vergessen. Ohne die Strukturen, die dort bestehen, wäre dieses Projekt in seiner jetzigen Form nie möglich gewesen.

Als letztes möchte ich auch noch all denen danken, die zur Finanzierung dieses Projektes beigetragen haben (im speziellen auch noch einmal all jenen, die an Organisation und Durchführung der Soli-Veranstaltungen mitgewirkt haben).  Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass keiner eine Gegenleistung (sei es eine namentliche Nennung oder ein Logo im / am Park) bekommen hat.

Ich persönlich kann nur sagen, dass ich eine verdammt gute Zeit bei diesem Projekt hatte, nen Arsch voll neue Erfahrungen gesammelt habe, neue Freunde kennen und schätzen gelernt habe und einfach einen Riesenspaß hatte zu sehen, wie weit man ohne offizielle Strukturen kommen kann!

Danke!!!

*D.I.Y.*

Hier noch einige Bilder aus dem Herbst 2006.

Weitere Bilder vom ersten und zweiten Bauabschnitt findet ihr in der Gallery

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HPIM0463

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